Lisa Taddeos »Three Women« (Piper Verlag) ist ein Sachbuch, das die Lebensgeschichten dreier Frauen über einen Zeitraum von mehreren Jahren verfolgt. Taddeo taucht tief in deren Privatleben ein und schildert detailliert ihre sexuellen Erfahrungen, Beziehungen, Traumata und die Auswirkungen dieser auf ihr Selbstbild und ihr Leben. Es geht nicht nur um Sex an sich, sondern um die komplexe Interaktion von Sexualität, Macht, Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Erwartungen.
Jede Frau repräsentiert einen anderen Aspekt weiblicher Erfahrung: Die eine ist in einer leidenschaftlichen, aber auch zerstörerischen Affäre gefangen, eine andere kämpft mit den Folgen sexueller Übergriffe aus ihrer Jugend, und die dritte navigiert die Herausforderungen einer komplizierten Ehe.
Das Buch zeichnet sich durch einen intensiven, oft expliziten Schreibstil aus, der die emotionalen und körperlichen Realitäten der Frauen ungefiltert darstellt. Taddeo verzichtet dabei auf moralisches Urteil und lässt die Leserinnen und Leser die Geschichten ungeschönt erleben, was manche als voyeuristisch empfinden könnten, während andere die ungeschönte Darstellung als kraftvoll und notwendig erachten. Die Reaktionen auf das Buch sind daher polarisiert.
»Three Women« ist kein leichtes Buch, es ist herausfordernd und provokant. Es wirft Fragen nach weiblicher Sexualität, gesellschaftlicher Moral und den Grenzen der Intimität auf. Es ist ein Buch, das bleibt und lange nach dem Lesen nachwirkt.