Der Mythos vom Aggressionstrieb
Autor: Arno Plack
Verlag: Ullstein
Deutsch
5.00 CHF
ISBN: 978-3-548-02879-0
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**Der Mythos vom Aggressionstrieb** von Arno Plack ist ein fundamentales Werk, das sich kritisch mit der **These eines angeborenen, triebhaften Aggressionstriebs beim Menschen** auseinandersetzt. Das Buch, erschienen im **Ullstein Verlag**, wurde 1971 erstmals veröffentlicht und hat bis heute grosse Relevanz in den Debatten um menschliches Verhalten, Gewalt und Friedensforschung.

**Kernanliegen und Inhalt:**

Arno Plack stellt die verbreitete Vorstellung, dass menschliche Aggression primär eine **biologisch vorprogrammierte, unvermeidliche oder gar notwendige Verhaltensweise** sei, radikal in Frage. Er kritisiert insbesondere die Theorien von Ethologen wie **Konrad Lorenz**, der in seinem Werk »Das sogenannte Böse« die Aggression als einen dem Tierreich entstammenden, endogenen Trieb beim Menschen interpretierte.

Plack argumentiert, dass diese Sichtweise die **Komplexität menschlichen Verhaltens** unterschätzt und zu fatalistischen Schlussfolgerungen über die **Unabänderlichkeit von Gewalt und Krieg** führen kann. Stattdessen beleuchtet er die **sozialen, kulturellen, psychologischen und situativen Faktoren**, die zur Entstehung und Ausprägung aggressiven Verhaltens beitragen. Er betont die **Lernbarkeit und Veränderbarkeit menschlicher Verhaltensmuster**.

**Wesentliche Punkte des Buches:**

* **Widerlegung des Triebkonzepts:** Plack analysiert wissenschaftliche Befunde und philosophische Argumente, um zu zeigen, dass es keine überzeugenden Belege für einen spezifischen Aggressionstrieb gibt, der aus dem Menschen herausbrechen müsste.
* **Interdisziplinäre Perspektive:** Das Buch stützt sich auf Erkenntnisse aus der Psychologie, Soziologie, Anthropologie und Verhaltensforschung, um ein umfassendes Bild der Ursachen von Aggression zu zeichnen.
* **Betonung der Umweltfaktoren:** Statt biologischer Determinanten rückt Plack die Rolle von Erziehung, sozialen Normen, gesellschaftlichen Strukturen, Machtbeziehungen und konkreten Auslösesituationen in den Vordergrund.
* **Plädoyer für Gestaltungsfähigkeit:** »Der Mythos vom Aggressionstrieb« ist ein Appell an die menschliche Vernunft und Verantwortung. Es zeigt auf, dass Aggression nicht unser unabwendbares Schicksal ist, sondern das Ergebnis von Formung und Bedingungen, die grundsätzlich veränderbar sind.
* **Relevanz für Frieden und Erziehung:** Das Werk eröffnet Perspektiven für ein friedlicheres Zusammenleben und für Ansätze in der Gewaltprävention und Erziehung, die nicht auf die Zügelung eines Triebs, sondern auf die Veränderung von Umständen und die Entwicklung sozialer Kompetenzen abzielen.

Arno Plack leistet mit diesem Buch einen wichtigen Beitrag zur kritischen Auseinandersetzung mit biologistischen und deterministischen Menschenbildern und ermutigt dazu, die Möglichkeiten menschlicher Freiheit und Gestaltungskraft neu zu bewerten. Es ist ein Schlüsselwerk für jeden, der sich fundiert mit den Ursachen von Gewalt und den Potenzialen für ein friedliches Miteinander auseinandersetzen möchte.

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**Bibliographische Angaben:**

* **Titel:** Der Mythos vom Aggressionstrieb
* **Autor:** Arno Plack
* **Verlag:** Ullstein
* **ISBN:** 978-3-548-02879-0
* **Erscheinungsjahr der hier beschriebenen Ausgabe (Ullstein Taschenbuch):** 1978 (die Erstausgabe erschien bereits 197