Bartholomäus Grills Buch "Bauernsterben" (Verlag Siedler) beschreibt den dramatischen Rückgang der bäuerlichen Landwirtschaft in Deutschland und die damit verbundenen Folgen. Es geht nicht nur um nackte Zahlen und Statistiken, sondern zeichnet ein umfassendes Bild der Situation, indem es verschiedene Aspekte beleuchtet:
* **Ökonomische Schwierigkeiten:** Grill analysiert die ökonomischen Zwänge, denen Bauern ausgesetzt sind: niedrige Preise für Agrarprodukte, hohe Produktionskosten, zunehmende Bürokratie und die Dominanz von Grossbetrieben und Agrarkonzernen. Er zeigt auf, wie schwierig es für kleine und mittelgrosse Betriebe ist, unter diesen Bedingungen zu überleben.
* **Soziale Folgen:** Das Buch beleuchtet die sozialen Konsequenzen des Bauernsterbens, wie den Verlust von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum, die Abwanderung der Bevölkerung und den Verlust von Kulturlandschaft und Tradition. Es werden die Auswirkungen auf die Lebensqualität und die soziale Struktur der ländlichen Regionen thematisiert.
* **Umweltaspekte:** Der Autor beschäftigt sich mit den ökologischen Folgen der Intensivlandwirtschaft und dem damit verbundenen Verlust der Artenvielfalt. Er zeigt auf, wie die Konzentration der Landwirtschaft auf wenige Grossbetriebe die Nachhaltigkeit gefährdet.
* **Politische Verantwortung:** Grill hinterfragt die Agrarpolitik und die Verantwortung der Politik für die Entwicklung. Er analysiert die Auswirkungen von EU-Subventionen und die Herausforderungen bei der Gestaltung einer zukunftsfähigen Landwirtschaft.
Insgesamt liefert "Bauernsterben" eine düstere, aber wichtige Analyse des Zustands der deutschen Landwirtschaft. Es ist kein reines wissenschaftliches Werk, sondern ein engagiertes Plädoyer für eine nachhaltige und sozial gerechte Agrarpolitik, das auf eindrückliche Weise die menschliche Seite des Bauernsterbens hervorhebt. Das Buch ist informativ und lesenswert, insbesondere für Leser, die sich für die Zukunft der Landwirtschaft, den ländlichen Raum und die Ernährungssicherheit interessieren.