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Vicki Baums "Menschen im Hotel" (Ullstein Verlag) ist ein Roman, der sich im luxuriösen Grandhotel "Atlantik" in Berlin in den 1920er Jahren abspielt. Der Roman ist kein zusammenhängender Handlungsstrang, sondern ein vielschichtiges Ensemble von miteinander verwobenen Geschichten verschiedener Gäste
und Angestellten des Hotels. Baum zeichnet ein faszinierendes Panorama der Gesellschaft dieser Epoche, voller Glamour und Dekadenz, aber auch Verzweiflung und Armut.
Die Figuren sind vielfältig und repräsentieren verschiedene soziale Schichten und Lebensentwürfe: reiche und einflussreiche Persönlichkeiten, verarmte Künstler, Geliebte und Betrüger, verlorene Seelen und aufstrebende Geschäftsleute. Ihre individuellen Schicksale, ihre Hoffnungen und Ängste, ihre Liebe und Verrat werden parallel erzählt und durch den Mikrokosmos des Hotels miteinander verknüpft.
Der Roman ist nicht nur eine Momentaufnahme eines bestimmten Zeitraums, sondern auch eine Gesellschaftsstudie, die Themen wie die soziale Ungleichheit, die Auswirkungen des Wirtschaftswunders, die Suche nach Liebe und Identität, die Vergänglichkeit und die menschliche Sehnsucht nach Glück behandelt. Das Hotel selbst fungiert als Schauplatz und Metapher für das Leben, mit seinen ständigen Begegnungen, dem kommen und gehen der Menschen, den Geheimnissen und Intrigen hinter den geschlossenen Türen.
Der Schreibstil Baums ist lebendig und detailreich, er schafft es, die Atmosphäre des Hotels und die komplexen Beziehungen der Figuren plastisch darzustellen. "Menschen im Hotel" ist ein fesselndes und vielschichtiges Werk, das auch heute noch fasziniert und zum Nachdenken anregt.
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