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Jane Bowles' "Zwei sehr ernsthafte Damen" (dtv Verlag) ist ein Roman, der durch seine bizarre, surreale und oft groteske Erzählweise besticht. Die Handlung kreist um zwei amerikanische Frauen, die sich in Tanger kennenlernen und eine ungewöhnliche Freundschaft entwickeln. Diese Freundschaft ist jedoch
alles andere als harmonisch und geprägt von Eifersucht, Missgunst und einer tiefen, unausgesprochenen Sehnsucht nach etwas, das sie selbst nicht greifen können.
Die beiden Damen, die namenlose Erzählerin und die rätselhafte Señora González, führen ein Leben am Rande der Gesellschaft, geprägt von Armut, Alkohol und emotionaler Instabilität. Ihre Interaktionen sind oft bizarr und absurd, geprägt von Missverständnissen und Doppeldeutigkeiten. Bowles verwendet einen expressiven, oft poetischen Schreibstil, der die psychologischen Abgründe der Figuren und die morbide Atmosphäre Tangers hervorhebt. Es ist weniger eine klassische Handlung, die den Roman vorantreibt, als vielmehr die atmosphärische Dichte und die psychologischen Studien der Charaktere.
Der Roman ist ein Werk der Dekadenz, das die dunklen Seiten menschlicher Beziehungen und die Zerbrechlichkeit der Identität in einer fremden und exotischen Umgebung auslotet. Er lässt den Leser mit vielen offenen Fragen zurück und fordert ihn heraus, die Bedeutungen und Symbole selbst zu interpretieren. "Zwei sehr ernsthafte Damen" ist kein leichter, sondern ein herausfordernder und eindrücklicher Roman, der seine Wirkung lange nach der Lektüre behält.
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