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Bora Cosics "Die Zollerklärung" (Suhrkamp Verlag) ist kein Roman im traditionellen Sinne, sondern ein komplexes und vielschichtiges Werk, das sich an der Grenze zwischen Essay, Fiktion und Autobiografie bewegt. Es ist weniger eine kohärente Erzählung als vielmehr eine Montage aus Fragmenten, Erinnerungen,
Beobachtungen und theoretischen Überlegungen.
Cosic thematisiert in seinem Buch die Themen Migration, Identität, Erinnerung und die Erfahrung des Exils. Er beschreibt seine eigenen Erfahrungen als jugoslawischer Emigrant in Deutschland, beleuchtet dabei aber gleichzeitig die Schwierigkeiten, die mit der Konstruktion von Identität, Zugehörigkeit und dem Umgang mit der eigenen Vergangenheit verbunden sind. Die "Zollerklärung" des Titels fungiert als Metapher für den Prozess des Versuchs, sich selbst und seine Geschichte den Autoritäten, aber auch sich selbst gegenüber, offenzulegen und zu erklären. Dieser Prozess ist jedoch alles andere als linear oder einfach.
Das Buch ist stilistisch geprägt von einer starken Fragmentierung und Montagetechnik. Cosic verwebt persönliche Anekdoten, politische Reflexionen, literarische Zitate und philosophische Erwägungen zu einem dichten und oft schwer zugänglichen Textgeflecht. Es erfordert vom Leser ein hohes Mass an Aufmerksamkeit und Bereitschaft, sich auf einen komplexen und nicht immer leicht zu entschlüsselnden Erzählmodus einzulassen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass "Die Zollerklärung" ein anspruchsvolles, aber auch belohnendes Leseerlebnis bietet. Es ist ein Buch, das zum Nachdenken über Fragen der Identität, des Exils und der Schwierigkeiten der Selbstfindung anregt. Es ist weniger ein Buch, das eine Geschichte erzählt, als vielmehr ein Buch, das ein Denken, ein Fühlen und ein Auseinandersetzen mit der Welt zum Ausdruck bringt.
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