"Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" von Joachim Meyerhoff (Kiepenhauer & Witsch) ist ein autobiografischer Roman, der sich mit dem Tod des Vaters des Autors und dessen Einfluss auf sein Leben auseinandersetzt. Es ist kein klassisch chronologischer Bericht, sondern eher eine assoziative Auseinandersetzung mit Erinnerung, Trauer und dem Versuch, die entstandene Leerstelle im Leben zu bewältigen.
Meyerhoff beschreibt seinen Vater, einen berühmten Schauspieler, nicht nur als Person, sondern auch als eine prägende Kraft, die seinen Lebensweg massgeblich beeinflusst hat. Der Tod des Vaters reisst eine Lücke auf, eine "entsetzliche Lücke", die im Titel des Buches zum Ausdruck kommt. Diese Lücke wird nicht nur physisch, durch die Abwesenheit des Vaters, sondern auch emotional und psychisch beschrieben. Der Autor sucht nach Wegen, diese Lücke zu füllen, zu verstehen und zu verarbeiten, was sich in dem sprunghaften, assoziativen Erzählstil des Buches widerspiegelt.
Das Buch zeichnet sich durch eine eindringliche Mischung aus Humor und Melancholie aus. Meyerhoff verwebt Anekdoten aus seinem Leben und dem seines Vaters mit Reflexionen über die Familie, die Kunst und den Umgang mit dem Tod. Er schildert nicht nur seinen eigenen Trauerprozess, sondern auch die Reaktionen seiner Familie und seines Umfeldes auf den Verlust. Der Schreibstil ist persönlich, offenherzig und berührend. Es ist kein Buch über Trauer im engeren Sinne, sondern ein Buch über das Leben, über Erinnerungen und den Versuch, mit den Verlusten des Lebens umzugehen.
Kurz gesagt: Ein eindringliches, humorvolles und tiefsinniges Buch über den Umgang mit Verlust und das Bemühen, das Leben nach dem Tod eines geliebten Menschen neu zu ordnen.